
First, I want to answer the question of what one thing has to do with the other. In other words: What does my life as an artist have to do with my schizophrenia?
After my first psychosis in 2009, the impulse to take photographs suddenly disappeared. It was just gone. Empty.
Something that had previously been a large part of my identity was simply no longer there.
It took about five years before I started photographing again.
Today I organize my life in a way that is good for me. In the mornings I run 7–8 kilometers with two cameras — one analog and one digital. When I return home, an AI on my computer is generating images.
I run in the morning because there are few people on the streets at that time. I try to avoid crowds — and therefore also public transportation.
Every now and then I deliberately break this pattern and put myself in situations that are uncomfortable, so that I don’t completely unlearn how to deal with them.
The writer Wolfgang Welt from the Ruhr area had to reduce his medication in order to be able to write. I don’t have to do that — and I find that fantastic.
Since I started generating AI images on my own computer, new models keep appearing. At the beginning, it sometimes happened that I sat at the computer for ten hours trying them out. It’s faster now. Ten or twelve hours at the computer isn’t good for anyone — not for me either.
With the help of AI, software problems can now be solved more quickly. To balance this intense engagement with AI, I photograph not only digitally but also on analog film.
Simply to keep moments of unpredictability in my artistic life.
Exhibitions are a challenge for me — I prefer to work with people I have known for a long time. Of course that is not always possible, and that is precisely something I want to keep gently pushing against from time to time.

Mein Leben als Künstler (mit Schizophrenie)
Zuerst möchte ich die Frage beantworten, was das eine mit dem anderen zu tun hat. Also: Was hat mein Leben als Künstler mit meiner Schizophrenie zu tun?
Nach meiner ersten Psychose im Jahr 2009 war der Impuls zu fotografieren plötzlich weg. Verschwunden. Leere.
Etwas, das vorher einen großen Teil meiner Identität ausgemacht hatte, war einfach nicht mehr da.
Es dauerte etwa fünf Jahre, bis ich wieder anfing zu fotografieren.
Heute gestalte ich mein Leben so, dass es mir guttut. Morgens laufe ich 7–8 Kilometer mit zwei Kameras – einer analogen und einer digitalen. Wenn ich wieder zu Hause bin, läuft auf meinem Rechner eine KI, die Bilder generiert.
Ich laufe morgens, weil zu dieser Zeit wenige Menschen auf den Straßen sind. Menschenmengen versuche ich zu vermeiden – und damit auch öffentliche Verkehrsmittel.
Ab und zu durchbreche ich das bewusst und begebe mich in Situationen, die unangenehm sind, damit ich es nicht komplett verlerne.
Der Schriftsteller Wolfgang Welt aus dem Ruhrgebiet musste seine Medikamente reduzieren, um schreiben zu können. Das muss ich nicht – und das finde ich fantastisch.
Seit ich KI-Bilder auf meinem eigenen Rechner generiere, erscheinen immer wieder neue Modelle. Am Anfang kam es vor, dass ich zehn Stunden am Rechner saß, um sie auszuprobieren. Das geht inzwischen schneller.
Zehn oder zwölf Stunden am Computer zu sitzen tut niemandem gut – mir auch nicht.
Mit der KI lassen sich Softwareprobleme inzwischen schneller lösen. Um der intensiven Beschäftigung mit der KI etwas entgegenzusetzen, fotografiere ich neben dem Digitalen auch analog.
Einfach, um Momente der Unberechenbarkeit in meinem künstlerischen Leben zu haben.
Ausstellungen sind für mich eine Herausforderung – am liebsten arbeite ich mit Menschen, die ich schon länger kenne. Das ist natürlich nicht immer möglich, und genau das ist etwas, das ich immer wieder ein wenig aufbrechen möchte.