Kunsthistorikerin Arabella Jonescheit

Timo Schuster ließ sich für sein Video-Triptychon „Sünde-Schuld-Reinigung“ von christlich-ikonografischen Bildern inspirieren. Dem katholischen Glauben von klein auf verbunden, beschäftigte er sich häufig im Laufe seines Lebens mit der Beichte, den vorhergehenden Sünden und dem Schuldenerlass, die die Beichte mit sich bringt. Seine Arbeiten wurde in den letzten Jahren durch Künstler wie Bill Viola, Gerhard Richter und Jürgen Teller beeinflusst.

In der ersten Videosequenz nimmt Maria nicht die Rolle der unbefleckten Gottesmutter, sondern die einer verheirateten Sünderin in High Heels ein. Provokant lasziv schaut Schusters Maria dem Betrachter in die Augen und spielt entgegen ihrem biblischen Naturell mit ihren Reizen. Dabei lädt sie Schuld auf sich und leitet damit zur zweiten zentralen Videosequenz über.

Die Schuld, die die Engel auf sich geladen haben, indem sie dem schönen weiblichen Antlitz verfallen sind, führte zum Sturz der Engel und der Hölle. Die kreisrunden Bewegungen vermitteln dem Betrachter die zwei Welten, die von Gott getrennt worden waren, sich jedoch verbotenerweise miteinander verbunden hatten.

Im dritten Teil des Video-Triptychons reinigt sich eine entblößte Frau im Wasser. Die Reinigung hilft, sich der Sünden und der Schuld, die sie dabei auf sich geladen hat, zu entledigen und wieder die reine, unbefleckte Natur zu erhalten, die sie zuvor hatte.

(Visited 26 times, 1 visits today)